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Was kostet Heizöl? Preise, Zusammensetzung & Spartipps

Von Redaktion Heizöl24Aktualisiert: 15. Oktober 2026

So setzt sich der Heizölpreis zusammen

Der Preis, den Sie für einen Liter Heizöl bezahlen, ergibt sich aus mehreren Komponenten. Der größte Anteil entfällt auf den Warenwert – den Einkaufspreis des Produkts, der sich am internationalen Rohölpreis und dem Rotterdamer Spotmarkt orientiert. Hinzu kommen staatliche Abgaben, Transportkosten und die Marge des Händlers. Der aktuelle Durchschnittspreis für 3.000 Liter liegt bei 112,50 €/100 l.

Die einzelnen Preisbestandteile

  • Produktkosten (ca. 35–45 %): Beschaffungspreis auf Basis des Rotterdamer Spotmarkts, umgerechnet über den EUR/USD-Kurs.
  • Energiesteuer: 6,14 Cent pro Liter – ein fester Betrag, der unabhängig vom Marktpreis erhoben wird.
  • CO₂-Abgabe (2026: 55 €/t): Rund 17,4 Cent pro Liter brutto. Dieser Betrag steigt planmäßig und ist seit 2021 Bestandteil des Preises. Grundlage: Ein Liter Heizöl setzt 2,66 kg CO₂ frei (Emissionsfaktor nach BEHG).
  • Mehrwertsteuer (19 %): Wird auf den gesamten Nettobetrag einschließlich aller Abgaben berechnet.
  • Deckungsbeitrag des Händlers: 3 bis 8 Cent pro Liter – deckt Transport, Lagerung, Verwaltung und Gewinn.

Beispielrechnung: Preiszusammensetzung bei 112,50 €/100 l

Bei einem Endverbraucherpreis von 112,50 €/100 l für 3.000 Liter entfallen auf die einzelnen Komponenten schätzungsweise:

  • Produktkosten und Händlermarge: ca. 55–65 % des Nettopreises
  • Energiesteuer: 6,14 Cent/l (fest)
  • CO₂-Abgabe: ca. 17,4 Cent/l brutto
  • Mehrwertsteuer: 19 % auf den Nettobetrag

Der staatliche Anteil am Heizölpreis (Energiesteuer + CO₂-Abgabe + MwSt.) macht insgesamt rund 40 bis 45 % des Endpreises aus.

Aktuelle Preisspannen

Je nach Bestellmenge, Region und Anbieter variiert der Heizölpreis erheblich. Unser aktueller Bundesdurchschnitt liegt bei 112,50 €/100 l für eine Standardbestellung von 3.000 Litern. Typische Spannen für schwefelarmes Heizöl EL:

  • 1.000 Liter: Aufschlag von 8–15 Cent/100 l gegenüber 3.000 l
  • 3.000 Liter: Referenzmenge für die meisten Preisvergleiche
  • 5.000 Liter: Abschlag von 3–8 Cent/100 l gegenüber 3.000 l

Größere Bestellmengen sind fast immer günstiger pro Liter, da die fixen Lieferkosten auf mehr Liter verteilt werden.

Regionale Unterschiede

Die Heizölpreise variieren je nach Region um bis zu 10 Cent pro Liter. Entscheidend sind die Nähe zu Raffinerien und Tanklagern, die Logistikkosten und die regionale Wettbewerbssituation. In Norddeutschland profitieren Küstenregionen von der Nähe zu den Raffinerien in Hamburg und Wilhelmshaven. Süddeutsche Regionen, insbesondere entlang des Rheins, haben kurze Wege zu den Raffinerien in Karlsruhe und Ingolstadt. In strukturschwachen Regionen mit wenigen Händlern können die Preise dagegen höher ausfallen.

In Deutschland gibt es 13 große Raffinerien, die jährlich rund 100 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten. Die größten Standorte sind Schwedt (Brandenburg), Gelsenkirchen (NRW), Karlsruhe (BW) und Ingolstadt (Bayern). Die Entfernung zu diesen Standorten beeinflusst den Transportkostenanteil am Heizölpreis erheblich – bis zu 3 Cent pro Liter bei langen Strecken.

Warum schwankt der Heizölpreis?

Der Heizölpreis ändert sich täglich, manchmal sogar mehrmals am Tag. Die wichtigsten Gründe:

  • Rohölnotierungen: Änderungen am Brent- oder WTI-Preis wirken sich innerhalb von 1–2 Tagen auf den Endverbraucherpreis aus.
  • Wechselkurse: Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, verteuert ein schwacher Euro den Import. Ein Kursrückgang um 2 Cent kann den Literpreis um rund 1 Cent anheben.
  • Nachfrage: Im Herbst und Winter steigt die Nachfrage, was die Preise nach oben treibt. Bestellspitzen vor Kältewellen verstärken den Effekt.
  • Logistik: Bei Engpässen an Raffinerien, niedrigem Rheinpegel oder vollen Auftragsbüchern der Lieferanten steigt der Preis.
  • Geopolitik: Konflikte in Förderregionen, Sanktionen oder OPEC+-Entscheidungen können kurzfristig für Preissprünge sorgen.

Rechenbeispiel: Was kostet eine Tankfüllung?

Bei einem aktuellen Durchschnittspreis von 112,50 €/100 l und einer Bestellung von 3.000 Litern ergibt sich:

Gesamtpreis = 3.000 l ÷ 100 × 112,50 € = 3.375,00 € brutto

Bei einer Jahresheizleistung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (ca. 2.000 bis 2.500 Liter) orientieren sich die jährlichen Heizkosten am jeweiligen Literpreis. Nutzen Sie unseren Preisrechner weiter unten, um den exakten Gesamtpreis für Ihre PLZ und Menge zu ermitteln.

Kosten nach Haushaltsgröße

Die tatsächlichen Heizölkosten hängen stark vom Gebäude und seiner Dämmung ab. Typische Jahreskosten (bei 112,50 €/100 l):

  • Kleine Wohnung (60 m², gut gedämmt): ca. 600–900 Liter → 675,00–1.012,50 € pro Jahr
  • Einfamilienhaus (150 m², teilsaniert): ca. 2.250–3.000 Liter → 2.531,25–3.375,00 € pro Jahr
  • Großes Haus (250 m², Altbau): ca. 5.000–7.500 Liter → 5.625,00–8.437,50 € pro Jahr

Hinzu kommt die CO₂-Abgabe von aktuell 55 €/t, die mit rund 17,4 Cent pro Liter brutto im Preis enthalten ist. Ab 2027 steigt sie auf 55 bis 65 €/t.

Heizölpreis im historischen Vergleich

In den letzten zehn Jahren schwankte der Heizölpreis erheblich: 2020 lag er zeitweise unter 50 Cent pro Liter (Pandemie-bedingt), 2022 erreichte er in der Spitze über 180 Cent pro Liter (Energiekrise). Das aktuelle Niveau von 112,50 €/100 l bewegt sich im mittleren Bereich der langfristigen Spanne. Diese Schwankungsbreite zeigt, wie wichtig der richtige Bestellzeitpunkt ist.

So sparen Sie beim Heizölkauf

  • Preise vergleichen: Holen Sie mindestens drei Angebote ein – online und telefonisch. Schon 2 Cent Unterschied pro Liter ergeben bei 3.000 Litern eine Ersparnis von 60 Euro.
  • Sammelbestellungen: Gemeinsam mit Nachbarn oder über Einkaufsgemeinschaften bestellen. Ab 6.000 Litern sinkt der Literpreis oft um 2–4 Cent.
  • Günstigen Zeitpunkt nutzen: Im Frühsommer bestellen, wenn die Nachfrage gering ist.
  • Nicht auf leer fahren: Wer erst bestellt, wenn der Tank fast leer ist, zahlt oft mehr – und riskiert Lieferengpässe im Hochwinter.
  • Zahlungsart beachten: Einige Händler bieten Skonto bei Überweisung oder Barzahlung (1–2 % des Rechnungsbetrags).
  • Endpreis prüfen: Nutzen Sie den Rechner für Ihre Postleitzahl und Liefermenge.
  • Lieferbedingungen prüfen: Achten Sie auf Aufschläge für kurze Schlauchlänge, Abendlieferung oder Expresszustellung. Diese können den Literpreis um 1 bis 3 Cent verteuern.
  • Tankstand regelmäßig prüfen: Bestellen Sie frühzeitig, wenn der Tank noch zu einem Drittel gefüllt ist. So vermeiden Sie Notbestellungen zu Spitzenpreisen und haben Zeit für einen Preisvergleich.

Heizölpreis und Steuern: Was bleibt beim Staat?

Der staatliche Anteil am Heizölpreis ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bei einem aktuellen Preis von 112,50 €/100 l setzt sich die Steuer- und Abgabenlast wie folgt zusammen:

  • Energiesteuer: 6,14 Cent pro Liter – ein fester, seit 2003 unveränderter Betrag
  • CO₂-Abgabe (2026): ca. 17,4 Cent pro Liter brutto – steigend
  • Mehrwertsteuer (19 %): wird auf den gesamten Nettobetrag berechnet, einschließlich aller anderen Abgaben

Damit liegt der staatliche Anteil bei rund 40 bis 45 Prozent des Endpreises. Diese Belastung ist ein wesentlicher Grund, warum der Heizölpreis auch bei stabilen Rohölnotierungen steigen kann.

Lieferung und Abrechnung: Worauf achten?

Bei der Heizölbestellung gibt es einige Punkte, die den Endpreis beeinflussen:

  • Schlauchlänge: Einige Händler berechnen einen Aufschlag, wenn der Tank mehr als 30 Meter vom Tankwagen entfernt steht. Klären Sie dies vorab.
  • Liefermenge: Die Mindestbestellmenge liegt bei den meisten Händlern bei 500 Litern. Kleinere Mengen werden selten geliefert oder mit einem Aufpreis versehen.
  • Eichamtliche Messung: Der Tankwagen muss über einen geeichten Mengenzähler verfügen. Sie haben das Recht, vor und nach der Betankung den Zählerstand zu kontrollieren.
  • Zahlungsbedingungen: Die meisten Händler akzeptieren Überweisung mit 14 Tagen Zahlungsziel. Einige bieten Skonto (1–2 %) bei Sofortüberweisung oder Barzahlung.

Ausblick: CO₂-Abgabe treibt die Kosten

Durch die planmäßig steigende CO₂-Abgabe – 2027 auf einen Korridor von 55 bis 65 €/t – werden die Heizölkosten weiter wachsen. Der Aufschlag steigt dann auf ca. 20,6 Cent pro Liter brutto. Für einen Haushalt mit 2.500 Litern Jahresverbrauch bedeutet das Mehrkosten von rund 80 Euro gegenüber 2026. Langfristig lohnt sich daher ein Blick auf alternative Heizsysteme, insbesondere wenn eine Heizungserneuerung ansteht. Kurzfristig bleibt der Preisvergleich das wirksamste Mittel, um beim Heizölkauf Geld zu sparen. Nutzen Sie unseren Preisrechner, um den aktuellen Preis für Ihre Postleitzahl zu ermitteln.

Aktuelle Heizölpreise nach Bundesland

BundeslandØ-Preis (3.000 l)
Baden-Württemberg112,48 €/100 l
Bayern112,51 €/100 l
Berlin112,79 €/100 l
Brandenburg112,45 €/100 l
Bremen112,59 €/100 l
Hamburg112,26 €/100 l
Hessen112,61 €/100 l
Mecklenburg-Vorpommern112,60 €/100 l
Niedersachsen112,55 €/100 l
Nordrhein-Westfalen112,52 €/100 l
Rheinland-Pfalz112,56 €/100 l
Saarland112,73 €/100 l
Sachsen112,30 €/100 l
Sachsen-Anhalt112,40 €/100 l
Schleswig-Holstein112,41 €/100 l
Thüringen112,44 €/100 l

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